Kalender

18.05.2020 - 20:00
19.05.2020 - 20:00

7. Akademiekonzert: 18. & 19. Mai 2020

Weitere Informationen:
https://musikalische-akademie.de/konzert/7-akademiekonzert-2019-20/

Veranstalter:
Musikalische Akademie des Nationaltheater-Orchesters Mannheim e.V.

Benjamin Reiners

Dirigent

Benjamin Reiners, eben noch begeistert aufgenommener Erster Kapellmeister und stellvertretender GMD in Mannheim, wirft in diesem Konzertprogramm einen schelmenhaften Blick auf das barocke Zeitalter – und fühlt den Gattungsgrenzen des Barockstils mit Ravel und Marcello, Bach und Strauss auf den Zahn.

Copyright: Benjamin Reiners

 

 

 

 

Jeroen Berwaerts

Trompete

Wer gern wüsste, wie Miles Davis auf Barockinstrumenten klingt, ist bei Jeroen Berwaerts an der genau richtigen Adresse: Sein Jazz-Hintergrund macht ihn zum perfekten Solisten für ein Programm, das ganz und gar im Zeichen der musikalischen Intertextualität steht.

Copyright: Peter Kallo

 

 

 

 

Maurice Ravel (1875-1937)
Le tombeau de Couperin

Alessandro Marcello (1669-1747)
Konzert für Trompete d-Moll

Luciano Berio (1925-2003) / Luigi Boccherini (1743-1805)
Quattro versioni originali della Ritirata notturna di Madrid

Richard Strauss (1864-1949)
Der Bürger als Edelmann op. 60

Leopold Stokowski (1882-1977) / J.S. Bach (1685-1750) 
Passacaglia und Fuge c-Moll BMV 582

Für seinen Tombeau ließ sich Ravel von einem großen französischen Barockmeister inspirieren: François Couperin. Die traditionellen Charakteristika der zeremoniellen Trauermusik ergänzte Ravel augenzwinkernd um ganz neue harmonische und rhythmische Impulse, die entgegen den Formvorgaben ausgesprochen aufgeweckt daherkommen.

Vielleicht wäre Alessandro Marcellos Trompetenkonzert, ursprünglich für Oboe, in den Untiefen der Musikgeschichte versunken, hätte es Johann Sebastian Bach nicht für das Cembalo instrumentiert. Ein Glück: Seine Bearbeitung hat Marcellos Konzert erst zu seiner Popularität verholfen! Die Trompeten folgten dem Vorbild Bachs und luchsten dem Oboenrepertoire dieses seltene Meisterwerk ab, das mit einer anmutigen und hochvirtuosen Melodieführung besticht.

Vor der Vergessenheit bewahrte Luciano Berio auch die Madrid-Hommage seines Landsmanns Luigi Boccherini, der darin einen Blick auf das nächtliche Treiben der spanischen Hauptstadt wirft. In einem inspirierten Spiel mit Synchronität und Asynchronität überlagert Berio die Boccherini- Musik, bis sich aus dem Barock-Original ein komplett neues Werk herauskristallisiert.

Richard Strauss wollte dem Klanguniversum Lullys, Couperins und Rameaus näherkommen, um sich am barocken Gesamtkunstwerk zu versuchen. Inspiriert von Molières Le Bourgeois gentilhomme, zauberte er eine gewiefte Suite, gespickt mit Vorspielen, Tänzen und Tafelmusiken – und einer gehörigen Portion Esprit!

Im 20. Jahrhundert schließlich instrumentierte Leopold Stokowski einige der bekannten Orgelwerke von Bach für Orchester. Eigentlich etwas Ungehöriges, diese riesige Besetzung, die so gar nicht der gewohnten historischen Aufführungspraxis entspricht und im scheinbaren Widerspruch zur strengen Disziplin des Originals zu stehen scheint. Stokowski wagt’s: Wie groß, wie wunderbar neu er Bach klingen lässt!

Um 19:15 Uhr findet ein Einführungsgespräch im Mozartsaal des Rosengartens statt. Im Anschluss an das Konzert können Sie bei „Musiker zum Anfassen“ in der Lounge des Rosengartens mit unseren Orchestermusikerinnen und -musikern ins Gespräch kommen.