Calendar

07.10.2019 - 20:00
08.10.2019 - 20:00

1. Akademiekonzert: 07. & 08. Oktober 2019

Further Informations:
https://musikalische-akademie.de/konzert/1-akademiekonzert-2019-20/

Organiser:
Musikalische Akademie des Nationaltheater-Orchesters Mannheim e.V.



Alexander Soddy

Dirigent

Auf ein Neues! Nach einem rauschenden Jubiläumsjahr bringt GMD Alexander Soddy Bruckners Musik auch zum Auftakt dieser Saison zum Strahlen.iorgia Bertazzi

 

 

 

Copyright: Gerard Collett

Christian Tetzlaff

Violine

Mit von der Partie ist Christian Tetzlaff, der das Mannheimer Publikum bereits vor zwei Jahren mit seinem hinreißenden Spiel begeistert hat. Nun kehrt er zurück und steht – als einer der bekanntesten Geiger der Welt – erneut mit dem Mannheimer Nationaltheater-Orchester auf der Bühne.

 

 

 

 

Copyright: Giorgia Bertazzi

Ludwig van Beethoven (1170-1827)
Konzert für Violine und Orchester D-Dur op.61

Anton Bruckner (1824-1896)
Symphonie Nr. 9 d-Moll WAB 109

Beethovens einziges Violinkonzert genoss zunächst wenig Anerkennung, avancierte dann jedoch schnell zum Vorbild spätromantischer Gattungsbeiträge. Heute gilt das Konzert aufgrund seiner weit gespannten Architektur und der feingliedrig miteinander verflochtenen Solo- und Tuttistimmen als ein Meilenstein in Beethovens Œuvre. Tetzlaff, der jährlich rund 20 verschiedene Violinkonzerte auf seiner modernen Greiner-Geige spielt, schätzt dieses 1806 uraufgeführte Werk besonders: „Es ist ein Teil von mir … Wenn ich das Beethovenkonzert spielen darf, erzähle ich von einer Glückseligkeit und Verzweiflung, die ich verbal, oder wenn ich selbst etwas auf der Geige erfinden müsste, gar nicht darstellen könnte … Ich gehe in dem Komponisten vollständig auf und vermittle mit meinen Ausdrucksmitteln seine Botschaften.“

Sein letztes Werk widmete Bruckner „dem lieben Gott“, in der Hoffnung, er möge ihm genügend „Zeit schenken, dasselbe zu vollenden“. Da war Bruckner bereits schwer krank, geplagt von Herz- und Nierenleiden, außerdem gebrandmarkt von niederschmetternden Kritiken, die einen geradezu blindwütigen Revisionismus in ihm auslösten und seine Arbeit an der Neunten über Jahre verzögerten. Kurzum: Es ging zu Ende mit Bruckner, bevor er die letzten Noten aufs Papier bringen konnte. Der Anweisung, anstelle des unvollendeten vierten Satzes das von ihm geliebte Chorwerk Te Deum zu spielen, leistete schon damals kaum einer Folge. Mit ihren wirbelnden chromatischen Läufen scheint Bruckners Unvollendete den Weg ins kommende Jahrhundert zu weisen – und wird in der modernen Rezeption in ihrer Fragmentierung und produktiven Unabgeschlossenheit gern zum Programm erhoben. Was wohl nach dem Adagio noch gekommen wäre? Die Antwort darauf hätte auch Schönberg gern gekannt: „Die eine Neunte geschrieben haben, standen dem Jenseits zu nahe. Vielleicht wären die Rätsel dieser Welt gelöst, wenn einer von denen, die sie wissen, die Zehnte schriebe …“

Um 19:15 Uhr findet ein Einführungsgespräch im Mozartsaal des Rosengartens statt. Im Anschluss an das Konzert können Sie bei „Musiker zum Anfassen“ in der Lounge des Rosengartens mit unseren Orchestermusikerinnen und -musikern ins Gespräch kommen.